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Projektgebiet

Die Projektregion Bayerische-Salzburger Kalkalpen erstreckt sich von den Chiemgauer Alpen im Westen bis zum Rand des Dachsteingebirges im Osten. Sie repräsentiert einen zentralen grenzüberschreitenden Bereich der Nördlichen Kalkalpen und zeichnet sich durch große Gemeinsamkeiten in den naturräumlichen Verhältnissen aus:

Geologie:
Kalk, Dolomit und Flysch sind die wesentlichsten Elemente des Untergrundes. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften hinsichtlich der Verwitterung  sind die Gesteine Steuerfaktoren für die Bodenbildung – eine Hauptgrundlage der almwirtschaftlichen Nutzung.

Relief:
Das Untersuchungsgebiet ist geprägt von hochgelegenen Kalkplateaus, die durch Steilabfälle begrenzt werden. Dadurch sind die Hochweidegebiete oft schwer erreichbar, was in vielen Fällen zur Aufgabe der Almen geführt hat.

 


Wasser:

Auf den Kalkhochalpen ist Wasser Mangelware. Aufgrund der unterirdischen Entwässerung im Karstgebirge treten Quellen erst im Bereich der Hochtäler oder tiefer auf. Dort, wo wasserundurchlässige Gesteine die Kalke unterlagern, ist die Wasserversorgung der Almen in der Regel gesichert – das gilt besonders für die Almen mittlerer Höhenlagen.

Vegetation: 
Die Niederalmen liegen im Bereich der montanen Stufe,  geprägt durch Buchen-Tannen-Fichten Mischwald.  Die Mittelalmen sind im hochmontan-subalpinen Bereich und durch Fichten dominiert. Die Hochalmen steigen über den Bereich der Baum- und Waldgrenze in die Region der alpinen Matten.

Klima:
Die Lage am Rand der Nordalpen bedingt relative hohe Niederschläge in der gesamten Region. Die feuchten atlantischen Luftmassen regnen im Stau der Kalkhochalpen ab. So verzeichnet etwa Abtenau (N-Rand des Tennengebirges) 1573 mm Jahresniederschlag, während Hüttau (1110 mm) und Bischofshofen (980 mm NS) an der Südseite deutlich trockener sind.
Die gesamte Projektregion ist abseits der Dauersiedlungsgebiete durch jahrhundertelange weidewirtschaftliche Nutzung geprägt. Dadurch ist eine unverwechselbare Landschaft  entstanden – die alpine Almlandschaft. Eine äußerst artenreiche, vielfältige und ästhetisch ansprechende Landschaft, die das Prädikat „Weltkulturerbe“ verdienen würde.

Almen nach Höhenlage

Nachfolgende Karte zeigt für die Naturräume im grenzübergreifenden Projektgebiet den jeweiligen Anteil der Almen nach Höhenlage an der Gesamtzahl der Almen.
Von den insgesamt 480 Almen im Projektgebiet werden so nur knapp 3% der Kategorie Hochalm zugewiesen; etwa ein Drittel entfällt auf Mittelalmen; der überwiegende Anteil wird als Niederalm kategorisiert.